„Jimi Hendrix – Starting at Zero“

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„Jimi Hendrix – Starting at Zero“ liest sich durch die Ich-Erzählstimme zunächst so, als wäre nicht der Regisseur Peter Neal (Der Autor, welcher zusammen mit Alan Douglas an der Filmbiografie „Room Full Of Mirros“ arbeitete), sondern Hendrix selbst. Allerdings handelt es sich lediglich um gedankliche Textschnipsel (aus Interviews, Briefen, Zetteln etc.) die gesammelt und entsprechend verwertet wurden – so dass es passt. Rückblickend und mit dem Lesen der Interviews täuscht das Gefühl „Etwas fehlt“ nicht. Trotzdem liebe ich das Buch. Chronologisch aufbereitet beginnen die tagebuchähnlichen Einträge bei Null „und der Himmel war SsschuusssSchush“, am 27. November 1942 in Seattle/Washington, USA. Zweideutig und zu Beginn ein wenig befremdlich ist das poetische Sprachbild „Die Geburt – mein erster Trip“ im ersten Kapitel „Voodoo Child“ und dem Song „Voodoo Chile“. Das soll wohl das Ineinandergleiten, ein verwaschenes Klangbild, zwischen Wirklichkeit und Unwirklichkeit beschreiben, die Musik als Trip.

Wenn auch das Familiäre und das schwierige Verhältnis zum Management, Mike Jeffery, der zusammen mit Chas Chandler „Jimi Hendrix Experience“ aufgebaut hatte, nur oberflächlich angekratzt wird, ist es trotz alledem gelungen, Hendrix Lebensstationen über seine Songtexte nachzuzeichnen. Im Zentrum steht die Lyrik und Musik – die Kunst, ihr wird in diesem Buch besonders durch die kunstvolle und aufwendige Gestaltung samt der Illustrationen besonderen Ausdruck verliehen. Die großen Zeitsprünge sind so, als würde man durch ein Wurmloch fallen und durch die 66er, 68er und 70er Jahrgänge rauschen. Und so erlebt man die Gründung der Band Jimi Hendrix The Experience (1966 Mitch Mitchell – Schlagzeuger, Noel Redding – Bassist), Gypsy Sun & Rainbows (1969) – nicht nur.

Hier ein Beispiel der Illustration / Typographie in „Jimi Hendrix – Starting at Zero“ aus dem Heyne Verlag. Die Zeichnungen sind von unterschiedlichen Künstlern, wie Michael Ochs, David Redfern u. a.

Ich mag die Anekdoten aus Hendrix Schul- und Jugendzeit und auch die Briefe, welche Jimi während seiner Dienstzeit beim Militär an seinen Vater schrieb. Zu dem Zeitpunkt lernte er den Bassisten Billy Cox kennen und sie gründeten „The King Kasuals“; das war 1962. Dann sind da noch die vielen spannenden Begegnungen, wie die mit Bob Dylan, Jimis Analyse nach den Konzerten in Europa und in den USA. Das Drumherum, wie er über diese ganze „Make Love, not War“ Hippie Bewegung und über die unterschiedlichen Reaktionen seiner Fans gedacht hat. Wie er Musik gelebt und mit ihr experimentiert hat. Das ist spannend geschrieben und hat mich zeitweise sogar an Brian Wilsons Biografie erinnert und daran, wie übelst hart das Musik-Buisness ist. Es ist ja kein Geheimnis, dass es in der kapitalistischen Weltordnung nur um die Moral der Gier und Profitmaximierung geht und dass der Maßstab sich nach einer Band mit größtem Erfolg richtet, an massentaugliche Ware; ihnen war der „kommerzielle Scheiß“ jedoch egal. Und wenn du es trotzdem schaffst, will jeder etwas vom Kuchen. Es ist interessant zu sehen, wie einige den Ruhm des anderen für die eigene Sache nutzen wollen, so auch die Panthers. Und wenn du so irre nett und korrekt bist, für eine Gute Sache eintrittst und sagst was du denkst, schätze ich, ist das die Falltür. Im Bezug auf die Rassenunruhen oder den Krieg in Vietnam, hat Hendrix es vielleicht genau so gemeint, als er sich zu den Beatles ungefähr so äußerte: „Sie haben die Macht, sie könnten etwas sagen“. Jedenfalls so ähnlich. Ich meine, daran kann man doch schon erkennen, was für ein immenser Druck auf Musiker lastet. Schlimm, wenn dabei das was man liebt und wofür man lebt zur Nebensache wird. Und während man so liest, am Ende angelangt ist und sich alles noch einmal durch den Kopf gehen lässt, befindet man sich in der Mitte einer tiefen Schlucht, als wäre man zwischen zwei Felswänden eingeschlossen, wisst ihr? Zwischen dem was wahr und unwahr ist. Und keine Biographie, keiner kann dir diese allerletzte Frage beantworten.

 

Und es gibt so unendlich viele Hendrix Biographien das einem schwindelig wird, wie „Electric Gypsy“ vom Hendrix Biograph Harry Shapiro und Caesar Glebbeek, „Room Full of Mirrors“ von Charles R. Cross. Dann bin ich noch auf „A Brothers Told“ von Lee Hendrix gestoßen. Leider wurde das Buch bisher nicht ins Deutsche übersetzt, aber die Leseprobe gefällt mir richtig gut. Wie auch immer, ein guter Anfang ist  „Jimi Hendrix – Starting at Zero“ allemal. Nun lege ich das Buch in meine Schatztruhe und ende mit einem Fazit, das meine Zeitreise, in einem Satz beschreibt:

Und zwischen den Zeilen – diese ´unendliche Fülle` des traumhaften, unergründlichen, vielleicht auch vorwärtstreibenden, schleicht das allmähliche Begreifen.

Liebste Songs: Purple Haze, All Along The Watchtower, Hey Joe

Jimi Hendrix / Documentary The Last 24 hourswirft noch mal ein anderes Licht auf die Frage, die immer noch in vielen Köpfen herumspukt. teamrock.com –Keith Altham & Jimi Hendrix/ The Last Interview.

Toni Morrison – Gott hilf dem Kind

Toni Morrison - Gott hilf dem Kind

Lula Ann ist nicht erwünscht! Sie ist keine Revolutionärin oder eines dieser „Problemkinder“, welche in zwielichtige Machenschaften verstrickt sind und deren Leben nur zwei Wege einschlagen können: Der Weg in die Gosse oder in den Knast!

Nein – Lula Ann ist scharz – pechschwarz. Ihre Mutter sieht in ihr nur Probleme. Die Blicke der Anderen, die mit hässlichen Beleidigungen und Erniedrigungen das Leben ihrer Tochter beeinflussen werden. Davon ist Sweetness, wie sie von Lula Ann genannt werden darf, felsenfest überzeugt.

Sie war so schwarz, dass sie mir Angst machte. Mitternachtsschwarz, sudanesisch schwarz. […] Teer ist der beste Vergleich, der mir einfällt, aber ihr Haar passt nicht zu dieser Haut. Es ist anders – glatt, aber lockig wie bei diesen nackten Stämmen in Australien. Man könnte sie für einen Rückfall halten, aber wohin? S. 11

Die fehlende Anerkennung macht Lula Ann zu schaffen. Sie nennt sich nun Bride, denn auch wenn ihre Mutter nur Probleme im Leben ihrer Tochter zu sehen scheint, gelingt Bride eine außerordentliche Karriere. Sie ist bildhübsch und nach einem modischen Wandel ein echter Hingucker – sowohl in der Damen- als auch in der Herrenwelt.

Doch noch in ihrer Kindheit ereignet sich ein Skandal, der ihr Leben für lange Zeit bestimmen wird. Er wird Gegenstand hitziger Diskussionen mit ihrem Lebensgefährten, mit ihrer besten Freundin und mit einer Angeklagten, die durch die Aussage der noch jungen Lula Ann langfristig ins Gefängnis muss. Doch wo liegt der Antrieb der jungen erfolgreichen Bride? Warum trifft sie solche fragwürdigen Entscheidungen und hinterlässt ratlose Gesichter?

Toni Morrison gehört zu den wichtigsten Schriftstellerinnen in den USA. Die Literatur Nobelpreisträgerin von 1993 schreibt gern über starke Frauen in einem gespaltenen Land. Irgendwann musste eines ihrer Werke auch den Weg in unser Buchregal finden. Nun ist es „Gott, hilf dem Kind“ geworden! Am Ende dieser Reise bin ich selbst ein wenig gespalten. Es ist eine Erzählung geworden, die gepflastert wird mit Schicksalsschlägen. Neben der Protagonistin gibt es nicht eine (!) Person, die nicht einen dunklen Fleck auf der Seele aufweist. Fast stereotypisch werden Charaktere vorgestellt, an welchen man sich reiben könnte.

Aus einem „Schrei nach Liebe“ heraus entscheidet sich Bride für einen Weg, der unfreiwillig viele Fragen aufwirft und sie die nächsten Jahre nicht zur Ruhe kommen lassen wird. Morrison lässt die Leserschaft lange Zeit mit den Charakteren allein. Man lernt sie kennen, hinterfragt einige Entscheidungen – doch die treibende Kraft bleibt Bride. Ihr Weg wirkt chaotisch und überstürzt. Erst nach Beendigung der Hälfte dieser Erzählung lichtet sich das Bild ein wenig. Die Sicht wird klarer. Das Ende bietet schlussendlich den Aha-Effekt. Doch ist es wirklich „eine Geschichte voller Kraft, so zwingend wie ergreifend, leidenschaftlich und lange nachklingend“ (The New York Times)?

Ja, es ist eine gelungene Erzählung. Sie zeigt den noch immer vorhandenen Rassismus in den USA auf und die damit verbundenen Probleme. In dieser harten Welt versucht Sweetness alles, um ihre Tochter zu schützen. Auch wenn sie dabei ihre Mutterrolle anders auslebt, als es sich die Leserschaft wünschen würde. Bride härtet sich in vielen Bereichen ihres Lebens ab. Doch der Wunsch nach Anerkennung, Wertschätzung und – vorallem – Liebe ist raumübergreifender, als alles andere.

Sweetness wendet sich zum Ende dieser Erzählung an Bride. Ihre warnenden Worte stehen nicht nur für das Ende dieses Romans – sie ziehen sich durch die gesamte Entwicklung dieser Reise.

Hör mich an. Du wirst rasch herausfinden, was es mit sich bringt, wie die Welt reagiert, was es bedeutet und wie es dich verändert, wenn du eine Mutter bist. Viel Glück, und Gott, hilf dem Kind. S. 204

Toni Morrison wurde 1931 in Lorain, Ohio, USA geboren. Sie studierte an der renommierten Cornell University Anglistik und hatte an der Princeton University eine Professur für afroamerikanische Literatur inne. Sie ist Mitglied des National Council on the Arts und der American Academy of Arts and Letters. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. 1993 erhielt sie den Nobelpreis für Literatur.

Toni Morrison, Roman: “ GOTT, HILF dem KIND“, ROWOHLT Verlag , ISBN 978-3-498-04531-9

Teresa Präauer – Für den Herrscher aus Übersee

teresa präauer - für den herrscher aus übersee

Für das schönste unter den Kinderpaaren im Reich der tauchenden Vögel und fliegenden Fische. S. 18

Ich habe den Zauber gespürt und bin verschossen. In ein Buch, keine zwei Finger breit. Und das ist mir schon lange nicht mehr passiert. „Für den Herrscher aus Übersee“ ist meine erste literarische Auseinandersetzung mit der Autorin Teresa Präauer. So viel wurde über sie geschrieben, dass ich mir nicht sicher war, ob wir zwei miteinander auskommen. Obwohl mich ihre Lesung „Oh Schimmi“ bei der Bachmannpreisverleihung im Juli 2015 positiv überrascht hatte. Einfach, weil sie so anders schreibt, so eigen und phantasievoll. Ein melodischer Stil, welcher sich von anderen unterscheidet und abhebt. Es ist als würden die Worte durch sie lebendig werden und abheben. Ebenso gilt das „ Für den Herscher aus Übersee“. Konkret gesagt, geht es um die Liebe, die Heiterkeit, das Fliegen, die Heimkehr und um die Lebensformel des Seins, erzählt aus der Sicht zweier Brüder mit Blick auf die Welt. Jeden Tag erhalten sie eine Ansichtskarte ihrer Eltern aus einem fernfremden Land. Auch wenn der Großvater die Post mit Absicht falsch vorliest, ist er für die Brüder ein Held, ein großer Pilot, der weit um die Welt gekommen ist. Einmal bringt er Ihnen bei, den Wind zu lesen und streckt den Finger ´gen Himmel aus. Außerdem erzählt er ihnen von der hohen Kunst des Fliegens, ebenso von der unglaublichen Geschichte einer japanischen Fliegerin und ihrem Vogelschwarm. Eine Liebesgeschichte, welche mitnichten kitschig und so so schön ist.

Wisst ihr, sagt der Großvater, hält die brennende Zigarette zwischen Daumen und Zeigefinger in unsere Richtung und zwickt dabei ein Auge zu, etwas hat mich knapp verfehlt auf meinen Wegen über die Felder dieser Welt. Das war aber kein lascher Filter wie der hier, sondern knallhart. Das bohrt sich durch die Haut wie Butter und mitten ins Herz, ihr kleinen Sesselhocker, damit ihr euch das einmal vorstellen könnt. S. 38

Den Brüdern, die während der Weltreise ihrer Eltern bei den Großeltern untergekommen sind, habe ich mich so nah gefühlt. Irgendwie zurückversetzt in die eigene Kindheit, denn welches Kind hat nicht den Traum vom Fliegen? Wer hat sich nicht schon mal seine eigene Flugmontur zusammengebastelt?

Das Haus der Großeltern ist umzingelt von Feldern und Wäldern und steht auf einem Hügel, von wo man weit hinten am Horizont sogar die Berge sehen kann. Allein wie Teresa Präauer die Start und Landemanöver der Brüder beschreibt, ihre Flügel aus Draht und Federn, ist köstlich. Dieses schmale bildgewaltige prosaische Buch ist magisch – ein Schatz, ein Wunder.

 

Teresa Präauer, Roman: “ Für den Herrscher aus Übersee „, FISCHER TB , ISBN 978-3-596-19721-7

Die Auserwählten – Der Club. Takis Würger

Takis Würger und sein Debütroman Der Club

Wenn man die Chance erhält, einen der begehrten Plätze an einer Eliteuniversität zu erhalten, würden die meisten von uns sicherlich nicht lange warten und zusagen. Doch Hans, der Protagonist dieses Romans, sieht dies ein wenig anders. Seine Reise durch diesen Irrgarten vergleiche ich mit einer Fahrt auf der Autobahn. Zu Beginn sieht man ein Verkehrsschild, auf welchem steht, wie weit das gewünschte Ziel entfernt ist. Das Tempo nimmt zu, die Fahrt zieht sich über viele Kilometer und wenn man nach einiger Zeit das Gefühl bekommt, bald am Ziel angelangt zu sein, kommt wieder ein nüchterner Hinweis eines Verkehrsschildes und man bemerkt, dass sich diese Reise noch einige Zeit hinziehen wird.

Nun mag die Vermutung im Raume stehen, dass diese Erzählung schwerfällig oder gar langweilig daherkommt. Doch diese „Autobahnfahrt“ (um bei diesem Bild einmal zu bleiben) ist alles andere als langweilig.

Hans Stichler wächst in bescheidenen Verhältnissen auf. Seine Eltern haben sich für ein Leben abseits der „normalen“ Lebensweisen entschieden und ein kleines Haus inmitten eines Waldes für sich entdeckt. Hans´ Mutter scheint die Natur und die damit verbundene Ruhe zu genießen und überträgt dies auf ihren jungen Sohn. Doch ein schwerer Schicksalsschlag sorgt schlussendlich dafür, dass dieses Glück nicht lange anhält.

Einige Jahre später, Hans ist mittlerweile in einem Internat untergekommen, nimmt seine Tante Kontakt zu ihm auf. Sie ist eine Halbschwester seiner Mutter und lebt und arbeitet in Cambridge. Sie bittet um einen Gefallen; wohlwissend, dass Hans dieser Bitte nachkommen wird. Auch wenn Hans zu Beginn berechtigte Zweifel hegt, willigt er ein. Nie hätte er gedacht, dass die darauffolgenden Ereignisse so gewaltig über ihn hereinbrechen würden und welchen Einfluss diese auf sein weiteres Leben haben werden. Ein Studium in Cambridge ist alles – aber mit Sicherheit nicht langweilig.

„Ich spielte nie. Ich verbrachte meine Zeit damit, die Welt zu beobachten.“

Bildquelle/ Flickr: Boxkeller der Ritze (HH)| by sven heinemann

Studentenverbindungen haben an den unterschiedlichen Standorten der sogenannten Eliteuniversitäten einen Kultstatus eingenommen. Cambridge, Oxford, Yale – diese Namen sind nicht nur mit den großen Akademikern, Wissenschaftlern und Politikern in Verbindung zu bringen, die an diesen Häusern studierten. Es sind die einzelnen Colleges, die unter diesem Dach vereint sind. Wo junge Menschen studieren und arbeiten und sich in Studentenvereinigungen organisieren. Wie in jeder Gemeinschaft trifft man auch hier unterschiedliche Interessengruppen, die gern unter sich bleiben. In Takis Würgers Roman wird das Bild einer besonderen Organisation nachgezeichnet, welche nur einer besonderen Klientel offensteht. Der „Pitt Club“ ist eine Organisation von Snobs. Anders kann ich mir diese Verbindung nicht erklären. Chauvinistisch, eitel und heuchlerisch treten ihre Mitglieder auf. Ludwig der XIV. hätte sich in dieser Riege sicher unheimlich wohl gefühlt. Doch diese Verbindungen sind auch loyal und fest miteinander verbunden. Störungen von Außen sind nahezu undenkbar und werden bestmöglich verhindert. Der Club schützt sich – selbst bei schwerwiegensten Verfehlungen. Selbst Straftaten scheinen hier möglich zu sein, ohne dass einem Mitglied der Prozess gemacht werden könnte.

Beim Lesen gefiel mir bereits zu Beginn der Aufbau des Autors zu dieser Erzählung. Die Handelnden in diesem Roman kann man an zwei Händen abzählen. Die Kapitel werden nicht einfach durchnummeriert; jeder einzelne Charakter bekommt hier die Möglichkeit zur Stellungnahme. Der Titel „Der Club“ spiegelt diese Abschottung zum Schutz der Gemeinschaft ebenso gekonnt wieder. Während dieser „Fahrt“ war mir persönlich lange Zeit nicht klar, wo diese Reise enden würde. Umso größer war das Finale für mich. So wünsche ich mir eigentlich jede gute Erzählung. Takis Würger hat hier eine Premiere auf die Beine gestellt, die es in sich hat. Sein erster Roman ist spannend, nebulös und teilweise sogar schockierend. Hans Stichler ist ein Ball im Ränkespiel der Mächtigen – eine Puppe, die von unbekannten Kräften gelenkt und gesteuert wird. Doch schließlich ist es sein Auftreten und sein Engagement, welches seine eigenen Ketten löst und den Blick auf die Ereignisse klärt. Ein gelungenes Erstlingswerk!

der club von takis würger

Takis Würger, geboren 1985, ist Journalist, Spiegel Redakteur und Autor. Mit 28 ging er nach England, um an der Universität von Cambridge Ideengeschichte zu studieren. Wie Hans Stichler boxte er als Schwergewicht für den Cambridge University Amateur Boxing Club und wurde Mitglied in geheimen studentischen Clubs, wie dem Pitt Club. Sein Roman „Der Club“ wurde 2017 mit dem Silberschweinpreis den Debütantenpreis der lit.Cologne ausgezeichnet.

Rezensionen anderer Blogger, Berichte und Interviews:

Spiegel. Takis Würger.Warum ich aus Cambridge abgehauen bin

(Online Magazin) Im Gegenteil. Takis Würger, Der Club + Interview

Takis Würger, Der Club, 240 Seiten, ISBN:978-3-0369-5753-1, erschienen im Kein & Aber Verlag