Wunderlich fährt nach Norden – Wundersame Begegnungen & nur eine wahre Erkenntnis

In jedem Buch forsche ich nach einem tieferen Sinn; bei Marion Braschs angeblich fantasievoller Erzählung „Wunderlich fährt nach Norden“, will sich mir dieser nicht so wirklich erschließen. Da ist das Blauharz, das ganz zuverlässig jede Wunde heilt, und das, was man sich über einen Mann aus einem unbekannten Dorf erzählt, oder worüber eine Zeitung fortwährend berichtet haben soll. Dieser Mann wusste nicht mal mehr wer er war, noch wie er wo hingekommen ist. Wie ein Zombie soll er umhergewandert sein. Und alles nur wegen diesem blauen Licht in Finkes Schlossgarten. Wo bin ich hier gelandet? Diese Frage habe ich mir selbst als Leser gestellt. Schließlich verzichtet Marion Brasch komplett auf Zeit- und Ortsangaben.  Das mutet seltsam an? Viel obskurer sind die Textnachrichten von ´Anonym`auf Wunderlichs Handy, was mich zunächst an den Film ´App`erinnerte und auf ein fulminantes Ende hoffen ließ.

Eine gescheiterte Existenz, der Verlust von Familie und Freunde und natürlich ´Anonym` sind natürlich der Grund, warum Wunderlich (43) überhaupt nach Norden geht. Wen Wunderlich bei einem seiner Zwischenstops nicht alles kennenlernt ist allerhand. Da ist der Trinker Finke, die rote Rosa, Amsel und der schöne Ronny. Beginnt man sich gerade mit ihnen anzufreunden, sind sie auch schon wieder weg. Dann steht man wie Wunderlich wieder alleine da. Er sitzend auf dem Dach. Ich, liegend auf dem Sofa. Es gibt keinen Ort und keine Zeit. Nur einen schwachsinnigen Traum und die Erkenntnis wertvolle Lesezeit vergeudet zu haben. Es bewahrheitet sich was man zu Beginn ganz simpel prognostiziert. Trotz fantasievoll gesponnene Fäden, die uns in einen Irrgarten führen. Irgendwo ins Nirgendwo. Vielleicht wäre ich gerne in diesem wundersamen Irrgarten geblieben.

Dialog zwischen Oliver und mir:

Ich begleite gerade einen sehr unglücklichen Mann.

Aha!

Auf dem Mörderberg lässt er seinen Frust auf das Leben aus, weil seine Frau ihn verlassen hat. Anonym (ein Unbekannter Wahrsager) terrorisiert ihn mit Textnachrichten und rät Wunderlich nach Norden zu fahren. Ähm, nicht nach Norden, sondern einfach nur weit weit weg.

Was liest du?

Ich erkläre Oliver worum es genau geht, und er fragt: Ist das der Autor von diesem hunderjährigen Rentner da?

Ich sage: Nein!

Fazit:

Und so fühlt sich diese ganze Geschichte wie ein Fluss ohne Ufer an. Auch wenn der heitere Erzählstil zwischendrin für kurzweilige Unterhaltung sorgt.

x Autor/in: Marion Brasch
x Titel: Wunderlich fährt nach Norden
x Genre: Roman
x 288 Seiten
x S. FISCHER
x ISBN: 978-3100013682

Veröffentlicht von Tanja

Bücher lesen, fotografieren, Musik hören, das Meer - das brauche ich wie die Luft zum atmen.

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