Vom Jenseits und andere Erzählungen

Vom Jenseits und anderen Erzählungen
Namenhafte Literaten wie E. A. Poe und Kafka mögen zwar den größten Einfluss auf  H. P. Lovecraft gehabt haben, aber auch er inspirierte viele Autoren, Zeichner und Drehbuchautoren; unter anderem  den aus Amsterdam stammenden Illustrator Erik Kriek, der sich mit dieser Illustration einen langgehegten Traum erfüllt hat.  Selbst unser werter King nutzte Lovecraft zuweilen als Inspirationsquelle. So weisen kleine Details aus manch´ seinen Werken auf den Cthulhu-Mythos, welcher Lovecraftlesern und Rollenspielern als „Call of Cthulhu“ bekannt ist, hin.
Vom Jenseits und anderen Erzählungen

„Vom Jenseits und anderen Erzählungen“ von H. P. Lovecraft. Illustration: Erik Kriek

Meine erste Begegnung mit H.P LOVECRAFT  hatte ich mit „Chronik des Cthulhu-Mythos“ – die Chroniken bestehen aus zwei Bänden, welche unter anderem die Erzählungen „Der Fall Charles Dexter Ward“ und „Schatten über Innsmouth“ beinhalten – letztere ist einer meiner liebsten Erzählungen und Teil aus „Vom Jenseits und andere Erzählungen“ – eine klassische Cthulhu Story!

Aus dem Wust aller Werke von H. P. LOVECRAFT, welche damals zum Großteil über das Weird Magazin veröffentlicht wurden, war es für den Zeichner Erik Kriek sicherlich kein Leichtes sich für lediglich fünf Erzählungen zu entscheiden. Schon jetzt hoffe ich unbedingt auf eine Fortsetzung, welche auf alle Fälle „Die Berge des Wahnsinns“ beinhalten möge.
Wahrscheinlich war es Kriek wichtig, die Auswahl so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, was ihm gelungen ist. Eine weitere Geschichte ist im Gothic Genre angesiedelt, die Nächste im Science Fiction Genre; „Vom Jenseits“ und „Dagon“ vervollständigen „Vom Jenseits und andere Erzählungen“.

Das Aufschlagen des wunderschönen Covers war für mich eine Art feierliche Zeremonie und zwar mit jeder illustrierten Seite – obwohl, das muss ich dazu sagen, ich über den Zustand meiner Ausgabe wegen vereinzelter leichter Kratzer auf dem Cover doch leicht verärgert war. Wie dem auch sei, für mich steht fest, so wie Lovecrafts Texte sind, ist Krieks zeichnerische Umsetzung – viel schwarz, wenig weiß. Wie ist es möglich Lovecrafts markanten Stil in einer Zeichnung nicht untergehen zu lassen bzw. Andeutungen so gekonnt und versteckt unterzubringen, dass ich als Leser diese erst mit dem zweiten Blick erkenne? Zumindest war das bei mir der Fall. Krieks Zeichnungen erinnern außerdem an den Stil der EC Horrorcomics aus den 50er Jahren; sie führen uns an sehr unterschiedliche fremdartige Orte im lovecraftischen Kosmos des Grauens.

 

Die Gratwanderung zwischen Vernunft und Wahnsinn, welche uns Leser in jeder Geschichte begegnet, ebenso das Unausgesprochene, das Verborgene, beschreibt den eklatanten Stil Lovecrafts, welche von Kriek zeichnerisch meisterlich umgesetzt worden ist und wie bereits erwähnt trotz Bild viel Raum für Eigeninterpretation bietet. Die Neugier ist es, die einen weitertreibt, einen in die Finsternis hineinzieht, die dunkle Treppe hinab. Der Weg ist das Ziel und ich gehe mit. Mit dem „Außenseiter“ – dieser monströsen Kreatur. Ich folge ihm hinab in die Tiefen des Grauen; hinaus in die Finsternis der Nacht. Er ist Halb und weiß es nicht. Halb Mensch halb Tod. So taucht der Leser in das Geschehen laborartiger Experimente ein. Folglich  kommt es zu Situationen, welche man ganz unterschiedlich deuten kann. Besonders, wenn man versucht sich in die Gedanken des Verfassers hineinzuversetzen. Und dann ist da noch eine andere, recht skurrile aber für Lovecraft nicht untypische Textstelle aus „Die Farbe des Alls“. Dabei handelt es sich lediglich nur um ein in „bold“ hervorgehobenes Wort; auf dem Bild ein wild gestikulierender und erzählender Farmer der die Bauern, über das Ausmaß einer schier unfassbaren Katastrophe aufklärt. Man sieht wie fassungslos und erstaunt die Männer ihm zuhören. Der alte Farmer breitet seine Arme aus und fügt hinzu „das Eichhörnchen war *SO* „. Lovecraft ist anders!

Die Geschichten mögen jenseits unserer menschlichen Vorstellungskraft sein, aber birgt nicht jede Geschichte auch ein Stück Wahrheit, erzählt es nicht ein Stück weit auch etwas aus unserem Leben, aus dem Leben H.P. Lovecrafts? Die Menschen die in den Erzählungen von ihrer Neugier getrieben sind und versuchen die Geheimnisse aufzuspüren, fallen entweder dem Wahnsinn oder gar dem Tod anheim. Doch eines ist klar: Der Meister selbst ist das größte Geheimnis! Willkommen im Horroruniversum des legendären H. P. Lovecraft.

Abschließend gibt es als Bonus eine kleine Vorstellung zur Person H.P. LOVECRAFT, ebenso wie schon zu Beginn zu E. Kriek. Diese im Avant Verlag erschienene Graphic-Novel-Adaption ist nicht nur für den Fan ein Erlebnis!

Liebe Grüße,
Tanja

x Autor/in: H. P. Lovecraft
x Illustrator: Erik Kriek, Zeichnung: schwarz-weiß
x Titel: „Vom Jenseits und andere Erzählungen“
x Genre: Comic, Horror, Phantastik
x 112 Seiten (Hardcover)
x Avant Verlag
x ISBN: 978-3-939080-91-6

Veröffentlicht von Tanja

Bücher lesen, fotografieren, Musik hören, das Meer - das brauche ich wie die Luft zum atmen.

2 Kommentare

  1. Ein toller Beitrag! Ich hab das Buch zwar auch schon öfters gesehen, aber ich kenne leider noch gar nichts von Lovecraft, weswegen ich mich noch nicht näher mit der Graphic Novel beschäftigt habe. Dank dir habe ich nun wenigstens schon mal einen guten Einblick :)Einen schönen Start in die Woche wünsche ich dir und Olli!

  2. Danke dir ;)Ich freue mich, dass ich dir mit meiner Rezension einen kleinen Einblick in Lovecrafts Welt schaffen konnte. Für eine Erstbegegnung ist „Vom Jenseits und andere Erzählungen“ sicherlich ein Werk, das den Leser dazu animiert, mehr wissen zu wollen. Entschuldige, dass ich erst so verspätet antworte. Auch von Olli soll ich Grüße ausrichten und dir eine schöne Woche wünschen. Mit ganz viel Sonne! LG, Tanja 🙂

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