gesammelte Schätze 2017 / Januar
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[Challenge] Gesammelte Schätze / Januar 2017

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5. Februar 2017

Hallo zusammen! Wie vor kurzem angekündigt, wird die Challenge „Gesammelte Schätze 2017“ von der Bloggerin Mareike organisiert und ich freue mich. Einige bekannte Nasen sind wieder mit an Bord und ich sage: „Ahoi!“

Wie in Kiplings Dschungelbüchern, bin ich fest entschlossen, meine Reise als Forschungsreisende fortzusetzen. Ich möchte unbedingt weitere Werke von Kipling lesen. Ein paar schöne Sätze habe ich aus dem Dschungel und am Haken aus der Beringsee gefischt. Weil aber der Dschungel in meiner Rezension vielleicht ein bisschen zu kurz kommt, hoffe ich, dass die vorgestellten Verse den Eindruck vermitteln, welch` magische Anziehungskraft Kiplings Worte auf mich haben.

Um sieben Uhr an einem sehr warmen Abend in den Seoni-Bergen erwachte Vater Wolf aus seiner Tagesruhe, kratzte sich, gähnte und spreizte die Pfoten, eine nach der anderen, um das Schlafgefühl aus ihren Spitzen zu vertreiben. Mutter Wolf lag da, die große Nase quer über das Knäuel ihrer vier quiekenden Welpen gesenkt, und der Mond leutete in den Eingang der Höhle, wo sie alle lebten. (S. 15 – Moglis Brüder)

Der Morgen kam und das Wolfsrudel rief / Einmal, zweimal und wieder!/ Pfote, die spurlos den Dschungel durchlief! / Auge, das sieht – im Dunkeln sieht! / Zunge, gib Laut dazu! Hört! Oh hört! / Einmal, zweimal und wieder! – Auszug aus dem Jagdlied des Seoni-Rudels

Eines meiner liebsten Zitate versteckt sich im Frühlingslauf

An einem Tag ist alles müde, und die Gerüche, die in der schweren Luft schweben, sind alt und verbraucht. Man kann das nicht erklären, aber so fühlt es sich an. Dann kommt ein anderer Tag – für das Auge hat sich nicht das Geringste geändert -, an dem alle Gerüche neu und köstlich sind und die Schnurrhaare der Dschungelbewohner bis zu den Wurzeln erzittern und das Winterfell in langen verfilzten Locken von ihren Flanken abfällt. Dann folgt vielleicht ein leichter Regen, und alle Bäume, Büsche und Bambussträucher, alle Moose und dickblättrigen Pflanzen erwachen mit einem Geräusch des Frühlings – ein vibrierendes Brausen, das weder von Bienen noch von fallendem Wasser noch vom Wind in den Baumwipfeln herrührt, sondern vom Schnurren der warmen, glücklichen Welt. (S. 231)

 

Die Biographie „War einmal ein Bumerang – das Leben des Joachim Ringelnatz“ von Hilmar Klute zeigt uns Ringelnatz von einer anderen Seite. Doch ganz zum Schluss zeigt sich Klute versöhnlich. Die Rezension habe ich noch nicht geschrieben, aber hier ein Auszug, welcher auch mich versöhnlich stimmt:

Berlin ist für Joachim Ringelnatz ein großes poetisches Labor. Hier gelingen ihm Großstadtgedichte von großer Leuchtkraft, konzentrierte Abstraktionen des Gesehenen. Von den Träumern in der Untergrundbahn sagt er: „Sie träumten ihre Zeit, ihr Geschick, / Beidem untertan. „ Berlin ist alles für ihn, Heimat und Sehnsucht nach woanders. Es ist das Gegenmodell zum kleinpopligen, engen München: (S. 214)

Leg dich in deine Hände. / Dann schäumt das schillernde Berlin / Um deine ernsten Wände — / Dein Schiff wird in die Ferne ziehn.

Als ich das Buch durch hatte, ging ich zurück auf Anfang. Ich las es nocheinmal.

Zwar besitze ich ein paar schöne Gedichtbände; darüber hinaus jedoch, habe ich weder Ringelnatz` Autobiographie, noch die Briefe gelesen. Das heißt, mein Mann liest mir gerade aus seiner Autobiographie „Mein Leben bis zum Kriege“ vor, was total lieb ist, weil er im Gegensatz zu mir die altdeutsche Schrift, ohne über den spitzen Stein zu stolpern, flüssig lesen kann. Bei dem Buch handelt es sich um eine Erstauflage von 1931, das ich zufällig in einem Berliner Antiquariat gefunden habe. Es müffelt ein bisschen nach Moder, ist optisch jedoch in einem erstaunlich guten Zustand. Auf der ersten Seite ist sogar ein schriftlicher Hinweis zu den rechtmäßigen Eigentümern; darunter steht in Schönschrift: ´Kriegsweihnachten 1941`. Dieses Buch in den Händen zu halten, ist ein seltsames Gefühl.

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