[Challenge] Gesammelte Schätze 2014 – Januar

gesammelte Schätze 2014

Das Projekt „Gesammelte Schätze 2014“ wird dieses Jahr von Tialda (Bibliofeles) organisiert, und es ist mir eine Freude, mit den anderen Lesern wieder auf Jagd zu gehen. Welch große Abenteuer uns auf unseren Reisen erwarten werden, bleibt abzuwarten. Ich bin sehr gespannt!

 

Nun denn, hier sind meine ersten Zitate aus dem Monat Januar.

+ Zazie in der Metro + Raymond Queneau + Suhrkamp Verlag +

– Onkel schreit sie, nehmen wir die Metro?
– Nein.
– Wieso nein?
Sie ist stehengeblieben. Gabriel macht ebenfalls halt, dreht sich um, stellt den Koffer hin und beginnt zu erklären.
– Nun ja: nein. Heute gehts nicht. `S wird gestreikt.
-´S wird gestreikt?
– Nun ja: ´s wird gestreikt. Die Metro, dieses durch und durch pariserische Transportmittel, ist unter der Erde eingeschlafen, denn die Angestellten mit den durchlöchernden Zangen haben die Arbeit niedergelegt.
– Ach, diese Halunken, schreit Zazie, ach diese Sauhunde. Mir das anzutun. S. 9

 

..vor auserlesenem Publikum..
Madame, schreit Turandot, dieses kleine Mädchen ist von zu Hause weggelaufen. Ich wollte sie ihren Eltern zurückbringen. (Der Kreis hohnlacht mit schon festverankerter Skepsis. Die Dame lässt nicht locker; sie beugt sich zu Zazie herab).
– Na, Kleine, hab keine Angst, sag mir, was dieser böse Herr zu dir gesagt hat.
– Es ist unanständig, murmelt Zazie.
– Hat er verlangt, daß du Dinge an ihm machen sollst?
– Ganz richtig, Madame.
Zazie flüstert der Dame einige Einzelheiten ins Ohr. Diese richtet sich wieder auf und spuckt Turandot ins Gesicht.
– Saukerl, wirft sie ihm noch als Zugabe hin. Und sie spuckt ihn ein zweites Mal von neuem an, mitten in die Visage hinein. S. 17

 

Wenn Oliver mich vom Lesen abhält, weil er wissen will, wie ich dieses oder jenes Buch finde, insbesondere wenn es sich dabei um Werke seiner liebsten Autoren handelt, stört mich das nicht. Ich antworte mit gedanklichen Wortfetzen. Zeitgleich lesen und fernsehen geht gut, aber ein Gespräch zu führen, ohne dabei den Faden zu verlieren, gelingt mir nur im kurzen Austausch. Nie lässt er Worte wie einen Vogelschwarm an sich vorbeiziehen – sie müssen rasten. Es folgt: Ein Nicken und ein schelmisches Lächeln bevor er tief Luft holt, und voller Begeisterung aus seinem abenteuerlichen Lese-Nähkästchen plaudert. Zu jedem meiner einzelnen Stichwörter, weiß er genau wie ich während des lesens empfinde. Und natürlich auch, auf welcher Seite ich ungefähr bin. Grandios, oder? Man muss vorsichtig sein, denn wenn er meine Eindrücke mit den seinigen vergleicht wird aus einer Frage ein Gespräch. Erst ein einseitiges, weil man noch versucht sich auf die aktuelle Lektüre zu konzentrieren, aber so nach spätestens zehn Minuten, leg ich das Buch zur Seite und höre ihm zu. Mit einem Lächeln auf meinen Lippen und zeitgleichem Kopfschütteln.  „Dieses Buch schrieb Stephen King dazumal unter dem Pseudonym,…“ Eine Stunde später zu einem Thema, welches rein garnichts mit „Shining“ zu tun hat: Oh ha, eine Geschichte mit Werwölfen?“ Ein Comic? Und weil Oliver sich vor Doctor Sleep ( ich weiß nicht zum wievielten Male) Shining vornehmen möchte, um sich entsprechend einzustimmen, habe ich ihn gestern Abend darum gebeten die Besprechungen für beide Bücher zu schreiben.

Bevor ich mit dem zitieren fortfahre: Ein loser Zettel im Notizbuch.
gesellschaftskritscher Roman ( Thriller )+ Psychologie + Sucht + Suchtverhalten + Familienstreit + Ängste + DROM + Jedes alte Hotel beherbergt seine Geschichten und  Geister der Vergangenheit + Colorado + Kleinstadt Sidewinder + Overlook – Hotel in den Bergen + Telepathie + ab Seite 84 gibt kein Loslassen…
 

Eine Zimmertür mit der auf dem Messingschild eingstanzten Nummer 217 geht Danny nicht aus dem Kopf. Er hat den Hauptschlüssel. Der Knauf dreht sich mit einem lauten Klicken und dann… ruft Stephen King bei mir etwas wach, was sich nicht einfach beschreiben lässt: Ich sehe die Geister mit Dannys hellsichtigen Gedanken. Der Atem stockt. Wenn der Wind jetzt durch Fenster und Türschlitz heulen würde, dann sag ich: Willkommen schlaflose Nacht. Aber woher vermag ich  zu wissen, dass diese Nacht mich auch ohne Wind und Regen ruhig einschlafen lässt? Diese Stille treibt mir zwar keinen Angstschweiß ins Gesicht, aber blankes Entsetzen. Draußen ist es stockdunkel, und müsste ich jetzt den Müll an die Straße bringen, ich würde lieber ´drin` ersticken und den nächsten Abholtermin abwarten.

 

+ Shining + Stephen King + Bastei Lübbe  +

»Er fuhr zusammen beim Klang dieser vertrauten Stimme und lehnte sich wieder aus dem Fenster, die kleinen Hände aufgestützt. Mit Tonys Stimme schien sich die Nacht leise und insgeheim belebt zu haben, sogar zu flüstern, wenn der Wind sich legte, die Blätter ruhten und die Schatten sich nicht mehr bewegten. Er glaubte, einen Block weiter, an der Bushaltestelle, einen dunkleren Schatten zu sehen, aber das mochte eine optische Täuschung sein.. « S. 84

 

»Lou, Lou, skip to m`Lou….«
»»(Neugierde ist der Katze Tod, mein lieber Drom, Drom, mein Lieber, aber wenn seine Neugierde befriedigt war, würde er gesund und munter zurückkommen. Von Kopf bis Fuß; von oben bis unten würde er gesund und munter sein. Er wusste, dass diese Dinge wie schreckliche Bilder sind, die einem nicht wehtun können; aber oh, mein Gott…)
(Großmutter, was hast du für große Zähne, und ist das nun ein Wolf in einem BLAUBARTpelz oder ein BLAUBART in einem Wolfspelz, und ich bin so)
(froh, dass du gefragt hast, denn Neugierde ist der Katze Tod, und es war die HOFFNUNG auf Befriedigung seiner Neugierde, die ihn hergebracht hatte.) «« S. 304

 

» Die Nacht ist schwarz – die Sterne stehen hoch – als körperloser Kuchen – schwebt der Mond am Himmel…« S. 486

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Veröffentlicht von Tanja

Bücher lesen, fotografieren, Musik hören, das Meer - das brauche ich wie die Luft zum atmen.

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