Bühne 36 – Känguru & Co / Comedy und Lyrik?

bühne 36

Thema: Unterhaltung / zweite Folge

Zu recht später Stunde sitze ich öfters (auch unter der Woche) vor „der Glotze“, um vielleicht doch noch den einen oder anderen sehenswerten Beitrag betrachten zu können. „ttt“ oder „Druckfrisch“ werden regelmäßig angeschaut und oft stelle ich mir ein und dieselbe Frage: Warum sendet das öffentlich-rechtliche Fernsehen zu so später Stunde so hervorragende Formate?

Nachdem ich ein wenig naserümpfend der Nationalmannschaft zusah und ein ekelhaft gut gelaunter „Talkmaster“, dessen Namen ich hier nicht näher nennen möchte, einebühne 36 - Känguru & Co. „Sondersendung“ mit Stars und Sternchen aus „Showbiz, Sport und Unterhaltung“ präsentierte (Thema: Fußball! Wow!), machte sich in den Niederrungen meiner Darmflora leichtes Unwohlsein breit. Drohte doch noch ein Rückfall in die gefürchtete Gastroenteritis? Tja – Sie war schließlich der Grund meiner Zwangsprostitution. Ich war (und bin) ein Opfer der EM, der digitalen Welt, der mentalen Verkümmerung.

Doch als ich zu später Stunde den Kanal wechselte, sendete mir der himmlische Programmdirektor ein Format, welches sich nicht nur auf meiner Netzhaut einbrennen sollte. Die „Bühne 36“ ist eine Mischung aus „Poetry Slam“, Stand-up Comedy und Lyrik. Wahnsinn! Gab es doch in der so ruhmreichen Vergangenheit nur auf Spartenkanälen ein solches Format. Ich fühlte mich sofort wohl! Ich genoss für eine kurze Zeitspanne den pfiffigen Witz, den herrlichen Realismus und den sarkastischen Humor, welcher in Berlin (ausgerechnet BERLIN!) produziert worden ist.

Wenn man sich das Nachmittagsprogramm der privaten Sendeanstalten anschaut oder gezwungen ist, durch die Weiten des World Wide Web zu „surfen“, trifft man höchst selten auf Perlen der guten Unterhaltung. Nun – gute Unterhaltung ist relativ! Für die einen stellt es den absoluten Hochgenuss dar, wenn altgediente B-, C- oder D-Promis durch den Dschungel hetzen. Andere wiederum erheitern sich über Verkuppelshows im Privatfernsehen. Da lobe ich mir dann doch noch die Sendeanstalten, welche es ermöglichen, dass talentierte Menschen eine Plattform erhalten, wo sie sich austoben und experimentieren können – auch wenn es äußerst spät und somit für einen Arbeitnehmer äußerst ungünstig ist, diese Formate zu genießen.

Und trotzdem: Ich werde nun vorschlafen, die Augen gebannt auf den Bildschirm tackern und die Minuten zählen, bis eine weitere Folge der „Bühne 36“ übertragen wird. Endlich hat das Fernsehen wieder einen Sinn für mich – neben „König Fußball“ (Schalalala….)

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